Windhunde aller Länder, trollt Euch

Erster März, acht Uhr in Osnabrück: Seit Jahren bietet sich immer wieder das gleiche Bild, an diesem Tag genau wie sechs Monate später am ersten September. Junge Menschen klicken gähnend gelangweilt, routiniert rasend und fürchterlich frustriert auf ihre Maustasten, hastig zwischen einem guten Dutzend geöffneter Browserfenster wechselnd. Weshalb? Sie wollen Plätze in Lehramtsveranstaltungen ergattern und quälen ein vom Ansturm überfordertes Stud.IP-System mit einer Flut von Requests.

Der spezielle Witz an dieser Variante: Die Anmeldungen sind größtenteils sinnlos und überflüssig. Da die Studis zu diesem Zeitpunkt ihren Stundenplan noch nicht kennen und die Veranstaltungen, um die es geht für viele hinter den Hauptfachveranstaltungen zurückstehen, melden sich alle für alles an. Wenn die Veranstaltung dann irgendwann beginnt, kommen von den 40, die einen Platz haben, nur 10 und außerdem 50 andere, die vielleicht irgendwo auf der Warteliste stehen.  Eigentlich ist also jedem klar: Anmelden ist egal. Aber weil’s alle machen, muss es doch irgendwie wichtig sein.

Das technische Überlastungs-Problem hat zwei Ursachen: Zum einen möchte und kann die Uni Osnabrück ihre Serverlandschaft nicht deutlich ausbauen, um genau diese beiden sehr sepziellen Lastspitzen abzufangen. Zum anderen ist das so genannte Windhundverfahren schuld – wer zuerst kommt mahlt zuerst. Und so gibt es Seminare, deren 40 Plätze schon um 8:02 Uhr deutlich überbucht sind, auch wenn viele Interessierten Ihren Eintragungswunsch dem lahmenden Server noch gar nicht übermitteln konnten.

Mit diesem Problemen steht die Uni Osnabrück nicht alleine da und deshalb gibt es seit der Version 3.0 die neuen Passauer Anmeldesets, die deutlich flexiblere und interessantere Optionen für Losverfahren, Prioritätswahlen etc. bietet. Heute nachmittag starten wir den erneuten Versuch, für das Osnabrück Problem eine organisatorische Lösung zu finden, die alle Seiten zufriedenstellen kann.

Am 1. März 2015, diesmal sinnvollerweise ein Sonntag, wird allerdings alles noch beim Alten bleiben: Lahmende Seiten, frustrierte Studierende und am Ende renkt sich alles doch irgendwie wieder ein.

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