Aufgaben, Lösungen und Bewertungen in Stud.IP

Es gibt sie beinahe wie Sand am Meer: Tools, mit denen sich in Stud.IP Aufgaben stellen oder Fragen beantworten lassen. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit seien hier genannt:

Umfragen und Tests – Mit diesem Kernfeature lassen sich in Veranstaltungen, auf der persönlichen Profilseite und auf der Startseite für alle Nutzer sichtbar kleine Umfragen oder Tests platzieren. Klein heißt: Nur eine Frage und nur Multiple-Choice. Die Tests werden kaum benutzt, die Umfragen – entweder anonym oder nicht – sind aber eine außerordentlich praktische Sache: Welchen Ausweichtermin sollen wir nehmen? Wann soll die Kursparty stattfinden? Wer ist für welches Spezialisierungsthema in der Vorlesung?

Evaluationen und Fragebögen – Die großen Brüder der Umfragen, auch ein Kernfeature, das ursprünglich gedacht war, offizielle Lehrveranstaltungsevaluationen über Stud.IP durchführen zu können. Dazu wird das Feature meines Wissens an keiner größeren Hochschule genutzt, ein mächtiges Fragebogentool bleiben die Evaluationen aber trotzdem.

Vips – Das »virtuelle Prüfungssystem«, das auf eine fünfzehnfährige Geschichte zurückblicken kann und seit langem als Stud.IP-Plugin an der Uni Osnabrück entwickelt wird. Mit Vips lassen sich Multiple-Choice-Fragen, Lückentexte, Zuordnungsaufgaben, kleine und große Freitextaufgaben und einige exotische Sonderformen wie Prolog-Programmieraufgaben erstellen und zu Übungsblättern, Online-Klausuren oder Selbsttests zusammenschnüren. Daraus lassen sich dann auch Noten berechnen, Punktelisten exportieren usw.

Cliqr – Ein softwarebasiertes Audience-Response-System als Stud.IP-Plugin, mit dem sich im Hörsaal, Seminar- und Klassenraum kurze Befragungen durchführen lassen. Stud.IP generiert dazu eine Kurz-URL und einen QR-Code für die Umfrage, die per Smartphone, Tablet oder Laptop ohne Login schnell aufgerufen werden kann. In einem späteren Beitrag mehr zu diesem spannenden Tool, das ich in meiner Vorlesung Web-Technologien im nächsten Semester auch wieder einsetze.

Elmo – Das kleine E-Learning-Modul, ein Stud.IP-Plugin, dessen Name suggeriert, als gäbe es ansonsten in Stud.IP keine E-Learning-Tools. Elmo hat auch schon eine lange Tradition und sollte damals eine Lücke schließen: Thematisch gegliederte Freitextaufgaben, die eine Lehrveranstaltung begleiten. Grundsätzlich ist das auch mit Vips möglich, Elmo legt den Fokus aber stärker auf die Aufgabentexte, textuelles Feedback und enthält keine Noten-Bewertungen oder ähnliches. An der Uni Bremen wird außerdem eine Elmo-Ableger namens DoIT entwickelt.

Die Osnabrücker Aufgaben- und ePortfolio-Plugins, die aufeinander aufbauen und ähnlich wie Elmo Freitextaufgaben mit Feedback ermöglichen. Sei werden derzeit in einem Pilotprojekt für Kompetenzentwicklungsportfolios in den Lehramtsstudiengängen eingesetzt.

Die E-Learning-Schnittstelle, eine im Stud.IP-Kern enthaltene Möglichkeit, externe Tools wie ILIAS, PmWiki oder LON-Capa anzubinden. In diesen Tools lassen sich Aufgaben stellen und bearbeiten – die Anbindung ist aber sehr schmal: Es ist kein erneutes Login nötig und einige Angaben werden übergeben, einen Rückkanal gibt es aber nicht.

Mit dem SCORM-Plugin lassen sich fertige Lernmodule in Stud.IP einbinden, die auch Aufgaben und Tests enthalten können.

(M)OOC.IP, das Plugin für MOOC-artige Kurse für Stud.IP kann Aufgaben und Tests bereitstellen, die wie bei SCORM-Modulen und den derzeit so verbreiteten wie beliebten xMOOCs in den Inhalt eingebettet werden. Testerstellung und -auswertung werden dabei von Vips übernommen.

Der Hausaufgabenordner ist eine Möglichkeit, einzelne Ordner im Dateibereich einer Veranstaltung so zu konfigurieren, dass sie wie ein Briefkasten funktionieren: Studierende können dort Dateien hochladen, aber nicht sehen oder herunterladen. Bestens geeignet für die Abgabe von Seminararbeiten, Hausaufgaben und ähnlichem.

Das FSZ-Notenverwaltungs-Plugin stellt selbst keine Aufgaben, sondern nur eine manuelle Notenverwaltung bereit, die allerdings recht detailliert auf die Belange des Sprachenzentrum des Uni Hannover zugeschnitten ist.

Wie gesagt: Beinah wie Sand am Meer. Grundsätzlich gilt: Vielfalt ist etwas Positives, Konkurrenz belebt das Geschäft und wenn informierte Lehrende aus verschiedenen Möglichkeiten das für sie und ihre Studierenden Geeigneteste heraussuchen können, haben alle Seiten gewonnen. Anders sieht es allerdings aus, wenn Dinge doppelt entwickelt werden, Weiterentwicklungen unmöglich sind und stattdessen das Rad immer wieder neu erfunden wird.

Fragt man sich aus technischer Sicht, was all die verschiedenen Aufgabe- und Fragentools miteinander zu tun haben, so ist die Antwort:  Nichts. Es gibt keinerlei gemeinsame technische Basis und daher sind Neu- und Doppelentwicklungen an der Tagesordnung. Da wir im eCult-Projekt den Komplex der Aufgaben etwas systematischer angehen wollen, ist die technische Idee einfach:

Daten wie Aufgaben, Lösungen und Bewertungen sollten in technisch einheitlicher Weise in Stud.IP abgelegt werden können, damit verschiedene Tools darauf aufbauen können.

Wenn es im Stud.IP-Kern solche Datenstrukturen gäbe, ließen sich viele nützliche Funktionen umsetzen: Aufgaben, die mit einem Tool erstellt wurden, können in einem anderen weiterverwendet werden und nicht jedes Tool muss Funktionen mitbringen, mit denen Aufgaben erstellt werden können. Es könnte gemeinsame Import- und Exportfunktionen geben sowie Fragenpools aufgebaut werden, die vielfältig Verwendung finden können. Studierende können eine Übersicht aller anstehenden Aufgaben abrufen, auch wenn sie an verschiedener Stelle und mit verschiedenen Tools eingereicht werden müssen.

Ganz so einfach, wie es klingt, ist es freilich nicht: Ein gemeinsames Aufgabenformat kann nicht alle Spezialitäten und Besonderheiten abdecken, die nötig sind. Daher ist die Einigung auf gemeinesame Datenstrukturen eine komplizierte Aufgabe.

Diese Aufgabe gehen wir jetzt an: Heute haben sich ein halbes Dutzend Aufgaben-Tool-Entwickler in Osnabrück getroffen, um sich darüber zu verständigen, welche Vereinheitlichungen möglich sind und welche Schritte Stud.IP und möglichst viele der vorhandenen Tools dorthin führen können.

 

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